11. März 2026
Die Wartung des Steuertriebs ist heute nicht mehr so unkompliziert wie früher. Immer mehr moderne Benzin- und Dieselmotoren setzen auf einen nasslaufenden Zahnriemen (Belt in Oil, BIO), auch als Wet Timing Belt bezeichnet. Bei diesem System läuft der Zahnriemen innerhalb des Motors und wird vom Motoröl umspült.
Diese Konstruktion wirft in Werkstätten immer wieder Fragen hinsichtlich Haltbarkeit, Ölempfindlichkeit, Serviceintervallen und des korrekten Wechsels auf. In diesem Blog werfen wir einen genaueren Blick auf dieses System, seine häufigsten Einsatzbereiche und darauf, was für eine fachgerechte Wartung erforderlich ist.
Der Einsatz von im Öl laufenden Zahnriemen steht in engem Zusammenhang mit der Konstruktion moderner Motoren. Hersteller stehen unter ständigem Druck, Emissionen zu reduzieren, den Kraftstoffverbrauch zu senken und immer mehr Komponenten in zunehmend kompakte Motorkonzepte zu integrieren.
Durch den Lauf des Zahnriemens innerhalb des Motors wird die Reibung im Vergleich zu herkömmlichen Steuertriebssystemen reduziert. Dies trägt zu einem ruhigeren Motorlauf und geringeren mechanischen Geräuschen bei. Im Vergleich zu Steuerketten ist ein nasslaufendes Zahnriemensystem zudem leichter, was die Gesamteffizienz verbessert und hilft, strenge Emissionsvorgaben einzuhalten
Auch die Motorkonstruktion spielt eine wichtige Rolle. Moderne Motoren mit Turboladern, Start-Stopp-Systemen und komplexen Abgasnachbehandlungssystemen lassen nur wenig Platz für konventionelle Steuertriebskonzepte. Ein Belt-in-Oil-System ermöglicht die effiziente Integration des Steuertriebs innerhalb des Motors.
In Kombination mit der richtigen Ölspezifikation und einer fachgerechten Wartung ist diese Technologie auf eine lange Lebensdauer ausgelegt. Dank der kontinuierlichen Weiterentwicklung durch OEMs und Riemenhersteller werden sowohl die Riemenmaterialien als auch die Ölverträglichkeit stetig verbessert. Dies unterstreicht, dass BIO-Systeme eine bewusste technische Entscheidung und kein Konstruktionsmangel sind.
Nasslaufende Zahnriemen haben sich in modernen Motoranwendungen zunehmend etabliert. Infolgedessen haben Werkstätten im Rahmen ihrer täglichen Wartungs- und Reparaturarbeiten immer häufiger mit Motoren zu tun, die mit einem nasslaufenden Zahnriemen ausgestattet sind.
Ein bekanntes Beispiel ist der Ford 1.0 EcoBoost. Dieser Motor wurde in großen Stückzahlen produziert und in zahlreichen Fahrzeugplattformen eingesetzt. Sein kompakter Dreizylinder-Aufbau machte die Belt-in-Oil-Technologie zu einer praktikablen Lösung. Dasselbe Prinzip kommt auch beim Ford 2.0 EcoBlue-Dieselmotor zum Einsatz, der häufig in Pkw sowie in leichten Nutzfahrzeugen verbaut ist.
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| Ford 1.0 EcoBoost vom 10-2012 | Ford 1.0 EcoBoost until 10-2012 | Ford 2.0 EcoBlue |
Ähnliche Belt-in-Oil-Systeme kommen in verschiedenen Peugeot-1.2-PureTech-Benzinmotoren zum Einsatz. Diese Motoren sind im Aftermarket dafür bekannt, dass es bei nicht konsequent eingehaltenen Wartungsintervallen zu Problemen durch Zahnriemenverschleiß kommen kann.
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| Peugeot 1.2 PureTech |
Aus Sicht des Aftermarkets gibt es bei nasslaufenden Zahnriemensystemen mehrere wiederkehrende Aspekte, die besondere Aufmerksamkeit erfordern:
Diese Faktoren erklären, warum Werkstätten zunehmend mit Problemen im Zusammenhang mit im Öl laufenden Zahnriemen konfrontiert werden, die ein höheres Maß an technischer Präzision erfordern.
Die Wartung eines nasslaufenden Zahnriemens erfordert einen anderen Ansatz als bei herkömmlichen trockenen Zahnriemen. Da der Zahnriemen innerhalb des Motors läuft, hat die Qualität des Motoröls einen direkten Einfluss auf seinen Zustand und seine Lebensdauer.
Die Verwendung der richtigen Ölspezifikation ist entscheidend. Falsches Öl, verlängerte Ölwechselintervalle oder das Mischen unterschiedlicher Öltypen können den Verschleiß und die Materialalterung beschleunigen. Mit der Zeit können Riemenpartikel in das Ölsystem gelangen und das Risiko von Verstopfungen oder Schmierungsproblemen erhöhen.
Auch der Wechsel ist deutlich komplexer. Der Zugang zu einem nasslaufenden Zahnriemen erfordert häufig eine teilweise Demontage des Motors sowie die strikte Einhaltung motorspezifischer Vorgaben. Aus diesem Grund wird es nur selten empfohlen, ausschließlich den Zahnriemen zu ersetzen. Spannrollen, Führungen, Dichtungen und weitere zugehörige Komponenten sollten immer mit erneuert werden.
Wilmink Engine Parts liefert ein breites Sortiment an Zahnriemen und Belt-in-Oil-Systemen von renommierten OE- und/oder Aftermarket-Herstellern, darunter Dayco und INA. Das Programm umfasst klassische Zahnriemen, BIO-Zahnriemensätze sowie einzelne Komponenten. Dayco ist zudem Entwickler und OE-Hersteller von nasslaufenden Zahnriemen.
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Da nasslaufende Zahnriemen in modernen Motoren immer häufiger zum Einsatz kommen, gewinnt die Auswahl der richtigen Komponenten sowie der Zugang zu fundierter technischer Unterstützung zunehmend an Bedeutung für eine zuverlässige Motorwartung. BIO-Motoren lassen nur wenig Spielraum für Fehler, weshalb eine korrekte Teileauswahl unerlässlich ist.
Der Einsatz kompletter Steuertriebslösungen in Kombination mit der richtigen Ölspezifikation und einer fachgerechten Montage trägt dazu bei, Risiken zu minimieren und eine lange Motorlebensdauer zu unterstützen. Die Spezialisten von Wilmink Engine Parts unterstützen Werkstätten und Händler bei der Auswahl der passenden Steuertriebslösung für jede Motor- und Anwendungskonfiguration. Dies hilft, Fehlbestückungen zu vermeiden und das Risiko kostenintensiver Garantieansprüche deutlich zu reduzieren.
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